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Columbus und Wohnbedarf-Lizenz

Columbus and Wohnbedarf license

In den ersten Monaten des Jahres 1933 beschloss der Mailänder Unternehmer Angelo Luigi Colombo, den Architekten Marcel Breuer zu treffen, um über dessen Möbel aus Stahlrohr zu sprechen. In den Metallwerkstätten des Bauhauses experimentierte der Architekt ab Mitte der Zwanzigerjahre zunächst mit dem Wassily-Sessel (1925) und vor allem mit dem Freischwinger-Stuhl (1926).


Auf einer Visitenkarte notiert Breuer für Colombo den Namen der neu gegründeten Zürcher Firma Wohnbedarf, die von dem Historiker und Kritiker Sigfried Giedion gemeinsam mit dem Architekten Werner Moser ins Leben gerufen wurde und die Rechte für die industrielle Fertigung seiner Möbel besaß.


Eine Firma ohne eigene Fabrik – ein „Editor“ im eigentlichen Sinne – die auf spezialisierte und kompetente Hersteller wie das Schweizer Unternehmen Embru in Rüti setzt. Auf Breuers Empfehlung hin schließt Angelo Luigi Colombo eine Vereinbarung, um exklusiv und unter Lizenz mit seiner Marke Columbus die Möbel für Breuer und andere Architekten des Bauhauses sowie der schweizerisch-deutschen Schule, wie Flora Steiger und Werner Moser, zu realisieren und zu produzieren.


1933 eröffnete Wohnbedarf, deren visuelle Identität von Max Bill gestaltet wurde, ein Geschäft in Zürich, das ebenfalls von Breuer entworfen wurde und für viele Jahre, weit über den Zweiten Weltkrieg hinaus, eine wichtige Referenz für den Vertrieb in der Branche blieb. In derselben Zeit begann Wohnbedarf auch mit der Produktion von Möbeln von Alvar Aalto, Alfred Roth und Giedion selbst.

Die Ausstellung „Flessibili splendori. Columbus und die Möbel aus Stahlrohr“ ist noch bis zum 9. November 2019 zu sehen.
Dienstag bis Freitag 10–13 Uhr, Samstag 15–19 Uhr.