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Columbus Continuum: Flessibili Splendori Eröffnungsvideo

Columbus Continuum: Flessibili Splendori opening video

Flessibili Splendori: Columbus und die Möbel aus Stahlrohr
kuratierte Ausstellung von Alessandra Bassi
Eröffnung: Mittwoch, 25. September, 18:30 Uhr
26.09. bis 9.11.2019

Columbus continuum: 100 Jahre einer Stahlmanufaktur in Mailand ist der Titel einer Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe, die sich über ein Jahr erstreckt und ein Jahrhundert Columbus präsentiert – ein italienisches Metallunternehmen, das sich auf die Produktion und Verarbeitung von Metallrohren in verschiedensten Anwendungen spezialisiert hat. Die vier Ausstellungen finden in der Galerie Antonio Colombo Arte Contemporanea statt, die seit 20 Jahren eine feste Größe für zeitgenössische figurative Kunst in Mailand ist und 1998 von Antonio Colombo gegründet wurde.
Im Laufe von hundert Jahren – gegründet 1919 von Angelo Luigi Colombo in Lambrate – hat das Unternehmen verschiedenste metallurgische Verfahren entwickelt und Endprodukte für zahlreiche Bereiche hergestellt, von Transportmitteln bis hin zu Möbeln.
Um die vielen Geschichten dieses einzigartigen unternehmerischen Kosmos zu erzählen, die sowohl mit dem Gründer als auch mit seinem Sohn Antonio Colombo verbunden sind, wurden vier Ausstellungen geplant, die das Unternehmen aus vier verschiedenen Perspektiven und Branchen zeigen: Möbel aus Stahlrohr; Stahlserien für Fahrradrahmen; die große Innovations- und Forschungskraft des Unternehmens, die zu außergewöhnlichen Kooperationen und Erfolgen führte (von Flugzeugen über Autos bis zu Fahrrädern); sowie der stetige Fokus auf Kunst und Design.
Heute ist Antonio Colombo weiterhin in der Welt des Radsports aktiv – mit den Marken Columbus, die Stahlrohre und Carbongabeln für Fahrräder produzieren, und Cinelli, Hersteller von High-End-Rahmen und Komponenten für Fahrräder.

Die erste Ausstellung Flessibili splendori: Columbus und die Möbel aus Stahlrohr, kuratiert von Alessandra Bassi und inszeniert von Franco Raggi, widmet sich der Möbelproduktion aus Metallrohr, die das Unternehmen A.L. Colombo 1933 begann und die in der unmittelbaren Nachkriegszeit endete.
Diese Produktion startete mit dem Erwerb der exklusiven Lizenz für die italienische Fertigung der Möbel aus Stahlrohr der Zürcher Firma Wohnbedarf, die zahlreiche Modelle gemeinsam mit Architekten wie Alvar Aalto, Sigfried Giedion, Werner Moser, Alfred Roth oder Flora Steiger entwickelte – vor allem aber mit Marcel Breuer, der ab Mitte der Zwanziger am Bauhaus mit Stahlrohr entwarf.
Columbus fertigte in Lizenz „originale“ Möbel mit der spezialisierten Qualitätskompetenz in der Verarbeitung von Stahlrohr – das Ergebnis eines mechanischen Prozesses, der tiefgehendes handwerkliches Können und Erfahrung erfordert.
Es ist daher kein Zufall, dass der Architekt Giuseppe Terragni – und vor ihm Giuseppe Pagano, für das Design eines bekannten Schirmständers – Columbus für die Metallrohrmöbel der Comoer Bauten der zweiten Hälfte der Dreißigerjahre beauftragte, wie etwa für die Casa del Fascio oder den Kindergarten Sant’Elia. Sessel und Stuhl mit charakteristisch federndem, freitragendem Rahmen, die in beiden Bauten verwendet wurden, entstanden in kleinen „industriellen“ Serien.
Unter den italienischen Designern ist eine weitere bedeutende Zusammenarbeit von Columbus die mit Piero Bottoni während der VI. Triennale di Milano 1936, bei der für den Warteraum einer Zahnarztpraxis verschiedene Sessel-Lösungen mit einer originellen elastischen Kreuzung getestet wurden.

Die Geschichte von Columbus ist ein bedeutendes Kapitel der italienischen Designgeschichte, das dank des Engagements von Antonio Colombo, Sohn von Angelo Luigi, bewahrt und neu belebt wurde. Er gründete das Columbus Archiv und förderte Studien, Publikationen (wie den Band „Flessibili splendori. Il mobile in tubolare metallico. Il caso Columbus“, Electa, 1998), Initiativen und Ausstellungen – so wie jene im Jubiläumsjahr 2019, anlässlich des hundertjährigen Bestehens des väterlichen Unternehmens.
Das Columbus Archiv ist weltweit einzigartig: ein sorgsam bewahrtes Heritage, bestehend aus Hunderten originaler Möbelstücke, Entwürfen und Zeichnungen, Katalogen und Werbematerial – sowohl von Columbus als auch von Mitbewerbern, was eine universelle Neugier auf die Welt widerspiegelt – Holzmuster für die Produktion und zehntausende Dokumente. Ein Unternehmensarchiv, das seit Mitte der Neunziger aktiv ist und die Vitalität einer fortschrittlichen italienischen Unternehmenskultur belegt: das Zusammenspiel von Forschung & Entwicklung, Dialog mit dem Projekt und einer angemessenen wie visionären kulturellen Substanz.

Ab November folgen drei weitere Ausstellungen: Die erste rückt den entscheidenden Beitrag von Columbus zur Entwicklung des Profiradsports in den Fokus – das Ergebnis der Fertigung spezieller Stahlrohre, die für die Herstellung herausragender Fahrräder für Champions wie Coppi, Anquetil, Gimondi, Ritter, Merckx, Moser bestimmt waren. Gleichzeitig beleuchtet sie die Rolle, die Columbus in der aktuellen internationalen Renaissance des Stahls und der neuen Rahmenbauer-Generation spielt – Lehrlinge der legendären Rahmenbauer, die Stahlrahmen zu neuem Leben erwecken.
Die zweite Ausstellung ordnet Columbus in den größeren Kontext der Geschichte des italienischen Unternehmertums ein: Das Unternehmensleben wird anhand der wichtigsten Etappen seiner Produktion nachgezeichnet, etwa durch die vertieften Studien zur Metallurgie, die sich in Produkten, Patenten und technischen Lösungen widerspiegeln.
Die dritte und letzte Ausstellung untersucht die enge Verbindung zwischen Columbus, Cinelli, Fahrrädern und Kunst.