← ALL STORIES
Heart of Metal

Heart of Metal #18: Big Forest Frameworks

Heart of Metal #18: Big Forest Frameworks

Ein Heart of Metal-Gespräch mit Robert Piontek, Gründer von Big Forest Frameworks.


Hallo Robert, kannst du uns etwas über Big Forest Frameworks erzählen?

Big Forest Frameworks widmet sich der Kunst des maßgefertigten Rahmenbaus und möchte andere dazu befähigen, ihren eigenen Rahmen zu bauen. Wir spezialisieren uns auf die Fertigung hochwertiger, handgefertigter Fahrradrahmen, die Langlebigkeit, Performance und eine persönliche Note vereinen. Neben dem Bau außergewöhnlicher Rahmen bieten wir praxisnahe Kurse an, in denen Enthusiasten lernen, wie sie ihren eigenen Rahmen entwerfen und bauen können – und so das Wissen und die Fähigkeiten erhalten, ihre eigene Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Bei Big Forest Frameworks brennen wir für das Radfahren, für Handwerkskunst und für eine Community von Macher:innen, die unsere Liebe zu Bikes teilen.

Wann hast du mit dem Rahmenbau begonnen und was hat dich dazu gebracht?

Big Forest Frameworks wurde 2012 gegründet, aber mein Weg zum Rahmenbau begann schon viel früher. Ich habe Astrophysik studiert, promoviert und als Astrophysiker gearbeitet – die meiste Zeit am Computer. Die Arbeit war zwar interessant, aber nicht inspirierend – ich wollte morgens aufwachen und mich auf das freuen, was ich tue. Nach Ausflügen in kreative Bereiche wie Schmuckherstellung und Fotografie habe ich 2012 meinen Job gekündigt und bin zu meinen Eltern gefahren. In dieser Zeit habe ich meinen ersten Fahrradrahmen gebaut – ein Prozess, der etwa zwei Monate gedauert hat. Das war eine prägende Erfahrung: Ich habe die Freude am Arbeiten mit den eigenen Händen und am Erschaffen von etwas Greifbarem wiederentdeckt. Ein Bike zu fahren, das ich selbst gebaut habe, war unglaublich – da wusste ich, dass ich meine Berufung gefunden hatte.

Wann hast du angefangen, Columbus-Rohre zu verwenden? Und warum?

Ich habe Columbus-Rohre direkt zu Beginn meines Rahmenbau-Wegs 2012 verwendet. Columbus genießt seit Langem einen exzellenten Ruf für hochwertige Stahlrohre, die Stärke, Langlebigkeit und Performance vereinen. Ihre Rohre sind präzise gefertigt und bieten eine perfekte Balance aus geringem Gewicht und Reaktionsfreude – ideal, um Rahmen zu bauen, die sich großartig fahren. Die Entscheidung für Columbus war einfach: Rahmenbauer weltweit vertrauen darauf, und die reiche Geschichte von Columbus im Radsport passt perfekt zu meinem Anspruch an Handwerkskunst und Exzellenz.

Was sind die auffälligsten Unterschiede beim Arbeiten mit Columbus-Rohren? Gibt es aus Fahrersicht spürbare Unterschiede?

Ein herausragendes Merkmal ist das Verhältnis von Stärke zu Gewicht. Columbus-Rohre sind auf Performance ausgelegt, also leicht und zugleich stabil – das sorgt für einen zuverlässigen und reaktionsfreudigen Rahmen. Außerdem bietet die Vielfalt an Rohrprofilen und Legierungen unzählige Möglichkeiten zur Individualisierung, sodass ich Rahmen exakt auf die Bedürfnisse der Fahrer:innen zuschneiden kann. Mit Columbus-Rohren zu arbeiten, fühlt sich an, als würde man mit den besten Materialien der Branche arbeiten – es macht in jeder Phase Freude.

Wie würdest du Columbus-Rohre in drei Worten beschreiben?

Innovation, Performance, Handwerkskunst.

Welchen Rahmen möchtest du uns heute vorstellen? Kannst du uns etwas zu den verschiedenen Eigenschaften erzählen – Reifenfreiheit, Innenlagermaß usw.?

Heute möchte ich einen Rahmen vorstellen, den Jens während unseres fünftägigen Rahmenbaukurses gebaut hat. Es handelt sich um ein elegantes Road Bike mit Columbus Trittico Gabel, Cockpit und Sattelstütze, das moderne Funktionalität mit der klassischen Ästhetik eines Stahlrahmens verbindet. Der Rahmen bietet eine großzügige Reifenfreiheit von 32 mm und ist damit vielseitig für unterschiedlichste Straßenbedingungen einsetzbar. Das Tretlager ist als T47-Innenlager ausgeführt, was eine nahtlose Integration der Bremsleitung ermöglicht und für eine besonders aufgeräumte Optik sorgt. Lackiert wurde der Rahmen von Velocaio in Berlin – das Ergebnis ist ein atemberaubendes Finish, das das Design des Bikes perfekt ergänzt und die Gesamtoptik zusätzlich aufwertet.
Das Rohrset besteht aus einer Mischung von Columbus Life, Spirit und Zona – meine bevorzugte Kombination für Road Bike-Rahmen. Der Rahmen verfügt außerdem über abgesenkte Sitzstreben, was ihm einen modernen und eleganten Look verleiht. Jens hat sich für die Trittico-Linie entschieden, die eine komplett innenliegende Kabelführung ermöglicht und dabei den klassischen Charme eines Stahlrahmens bewahrt. Andere Systeme erfordern oft übergroße Rohre, was die traditionelle Optik beeinträchtigen kann. Mit diesem Setup konnte Jens jedoch eine moderne Interpretation des klassischen Stahlbikes schaffen, ohne dessen zeitlosen Charakter zu verlieren. Ein großartiges Beispiel dafür, wie sich das Beste aus beiden Welten vereinen lässt.

Was macht diesen Rahmen im Vergleich zu deiner normalen Produktion besonders?

Auch wenn die meisten unserer Arbeiten maßgefertigt sind, bieten wir mit dem Nozama ein Allroad-Bike an, das mit noch mehr Reifenfreiheit punktet. Das Nozama ist in Standardgrößen erhältlich und in der Regel sofort verfügbar. Der Großteil unserer Rahmen wird jedoch vollständig individuell gebaut – die Auswahl der Rohre erfolgt dabei gemeinsam mit unseren Kund:innen, meist im persönlichen Gespräch. So kann jede:r Fahrer:in die exakten Spezifikationen für den eigenen Rahmen bestimmen und erhält ein Bike, das perfekt auf die eigenen Wünsche und Anforderungen zugeschnitten ist.
Ein besonderes Merkmal unserer Custom-Rahmen und auch unserer Rahmenbaukurse ist der Grad an Individualisierung, den wir bieten. Du bekommst genau das, was du dir vorstellst – von der Geometrie über die Rohrwahl bis hin zu einzigartigen Details. Es geht darum, etwas wirklich Eigenes zu schaffen.

Welche Columbus-Rohre hast du für diesen Rahmen verwendet?

Das Unterrohr ist das 38 mm bi-oval „Max“-Unterrohr. Besonders gerne verwende ich das (SLFL11560OV125) Life/HSS 32/29 mm konifizierte Oberrohr, weil es einen schönen Übergang vom größeren 44 mm Steuerrohr zum schlankeren 29 mm Sitzrohr ermöglicht – so passt eine klassische 27,2 mm Sattelstütze. Die Sattelstütze ist die (ZON113715) Zona, die oben ein langes Außenkonifizierungsstück hat, um die Belastung durch die abgesenkten Sitzstreben besser aufzunehmen. Ich bevorzuge in den meisten Fällen eine 27,2 mm Sattelstütze, da größere Durchmesser das Fahrgefühl oft zu hart machen. Die Kettenstreben sind Zona mit Road S-Bend, und bei den Sitzstreben setze ich meist auf die dünneren 14 mm Spirit-Streben, wie sie auch an Jens’ Bike zu sehen sind.

Wer sind deine Kund:innen – allgemein oder im Speziellen? Was suchen sie?

Die meisten unserer Kund:innen kommen aus Deutschland, aber wir hatten auch das Vergnügen, Menschen aus aller Welt zu begrüßen – darunter Indien, die USA, Kanada, Singapur und viele europäische Länder. Unsere Kund:innen sind in der Regel begeisterte Radfahrer:innen, die Wert auf Handwerkskunst, Qualität und Individualität legen. Ob sie nun einen maßgefertigten Rahmen suchen, der exakt auf ihre Wünsche abgestimmt ist, oder in unseren Kursen das Handwerk des Rahmenbaus erlernen möchten – sie alle verbindet der Wunsch nach mehr als nur einer Lösung von der Stange. Sie wollen ein Bike, das perfekt zu ihnen passt, ihre Persönlichkeit widerspiegelt und ein außergewöhnliches Fahrerlebnis bietet. Unsere Kurse sprechen besonders diejenigen an, die das Handwerk von Grund auf lernen und die Zufriedenheit erleben möchten, ihr eigenes Bike selbst zu bauen.

Warum hast du für diesen Aufbau Trittico verwendet?

Jens hat sich bei diesem Aufbau für das Trittico entschieden, weil er ein Bike mit komplett innenliegender Kabelführung – konkret zwei Bremsleitungen – wollte, das dennoch den klassischen Look eines Stahlrahmens bewahrt. Das Trittico-System ermöglicht genau diese nahtlose Integration und sorgt für eine moderne, aufgeräumte Optik, ohne die traditionelle Stahlrahmen-Ästhetik zu beeinträchtigen. Es ist die ideale Wahl für alle, die den Look eines Stahlrahmens schätzen, aber auch die Praktikabilität und Eleganz einer innenliegenden Kabelführung wollen. Mit dem Trittico gelingt dieser Spagat perfekt – Jens bekommt so das Beste aus beiden Welten in seinem Custom-Bike.

ENTDECKE MEHR ÜBER COLUMBUS ROHRSETS